Fledermauswissen

Als einzige aktiv fliegende Säugetiere sind die heimischen Fledermäuse auf die nächtliche Jagd spezialisiert: Mit ihrem Ultraschall-Echoortungssystem können sie sich hervorragend in der Dunkelheit orientieren.
Die Beutetiere, in erster Linie Insekten, können damit exakt lokalisiert und im Flug gefangen werden. Diese Spezialisierung ermöglicht es Fledermäusen, der Konkurrenz tagaktiver Vögel zu entgehen und den nächtlichen Luftraum zur Nahrungssuche zu nutzen.
Sie werden aus diesem Grund auch die Schwalben der Nacht genannt. Durch dieses Jagdverhalten kommt den heimischen Fledermäusen eine große ökologische Bedeutung zu. Gäbe es sie nicht, dann könnten sich fliegende nachtaktive Insekten weitgehend ungehindert vermehren.
Die einzelnen Fledermausarten bevorzugen unterschiedliche Insektengruppen und haben ein eigenes, arttypisches Jagdverhalten. So vermeiden sie die Konkurrenz um Nahrung. Manche Arten jagen im freien Luftraum, andere sammeln Insekten von Blättern oder sogar vom Boden auf. Besonders Mücken, Schnaken, Fliegen und Nachtschmetterlinge stehen auf dem Speisezettel.
Fledermäuse sind größtenteils hochsoziale Tiere, die die meiste Zeit des Jahres in Gruppen zusammenleben. In ihren Quartieren suchen sie häufig engen Körperkontakt miteinander und bilden größere Pulke.
Während ihres Zuges in die Winterquartiere im Herbst paaren sich die geschlechtsreifen Fledermäuse, die Befruchtung und die Entwicklung der Embryonen erfolgt aber erst im kommenden Frühjahr. Während des Winterschlafes laufen sämtliche Lebensfunktionen auf Sparflamme. Auf diese Weise verbrauchen die Fledermäuse nur sehr wenig Energie und können von ihren Fettreserven leben.
Nach 5 – 6 Monaten Winterschlaf finden sich die Weibchen zu Wochenstuben zusammen, in denen die Jungtiere geboren und gemeinsam aufgezogen werden. Die Wochenstuben umfassen meistens 20 bis 50 Muttertiere, die sich alljährlich wieder zusammen finden. Die Tragzeit kann je nach Nahrungsangebot zwischen 40 und 70 Tagen variieren. Nach dem Jagdflug erkennt jede Mutter ihr Junges und setzt es an ihren Zitzen zum Säugen an. Ab Ende August werden die Jungen dann von ihren Müttern verlassen und finden sich selbständig in den Winterquartieren ein.
Fledermäuse können alt werden: die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 5 – 6 Jahren, es sind aber auch Tiere gefunden worden, die über 20 Jahre alt waren.