Waldentwicklung zum langfristigen Schutz des Scheidigen Gelbsterns (Gagea spathacea) in Deutschland

Schon in den ersten sonnigen Frühjahrstagen zeigen sich die zierlichen, Schnittlauch-ähnlichen Blätter des Scheidigen Gelbsterns in den nährstoffreichen, nassen Erlen-Eschenwäldern der Altmoräne und den bodenfeuchten Eschen-Buchenwäldern der Jungmoräne. Später schieben sich vereinzelt leuchtend gelbe Blütenstände aus einem breiten, spatelförmigen Blatt (Pflanzenname!).

Im Rahmen des Bundesprogrammes „Biologische Vielfalt“ beschäftigt sich ein Forschungsvorhaben mit dem Scheidigen Gelbstern in Deutschland. Da die Art ihren weltweiten Verbreitungsschwerpunkt in den Moränenlandschaften Norddeutschlands hat, kommt Schleswig-Holstein eine besondere Verantwortung beim internationalen Schutz der Pflanze zu.

Durchgeführt wird das Projekt partnerschaftlich von dem Institut für Ökologie der Leuphana Universität Lüneburg, dem Stadtwald Lübeck, sowie der Schrobach-Stiftung. Es läuft über sechs Jahre von 2013 bis 2019.

Als „Umsetzungspartner“ stellt die Schrobach-Stiftung verschiedene Wälder in der Altmoräne für die Untersuchungen zur Verfügung. Zum einen sind das Flächen mit aktuellen Gelbstern-Vorkommen, zum anderen naturnahe Waldbestände ohne Gagea spathacea. Schließlich werden auch Wälder untersucht, in denen kürzlich ein Waldumbau von Nadel- zu Laubholzbeständen stattgefunden hat und die sich nun, dauerhaft stillgelegt, zu einem natürlichen Ökosystem entwickeln können. In diesen drei Versuchsgebieten werden die Standortfaktoren bestimmt sowie Verpflanzungstests und weitere Experimente durchgeführt. Parallel wurden auf Flächen des Stadtwaldes Lübeck in der Jungmoräne vergleichbare Versuchsflächen eingerichtet. Ergänzend zu den Untersuchungen im Gelände werden Gewächshaus-Experimente an der Universität Lüneburg durchgeführt.

Die Ziele des Projektes sind die Erforschung der Standortsbedingungen und Habitatansprüche des Scheidigen Gelbsterns in Hinblick auf die Waldgeschichte und die forstliche Nutzung eines Gebietes. Es soll ermittelt werden, ob die Art trotz der Folgen des weltweiten Klimawandels eine Überlebenschance hat und ob es möglich ist, sie in renaturierten Wäldern neu anzusiedeln. Aus den Ergebnissen werden schließlich schonende Waldbauverfahren entwickelt in Hinblick auf einen stärkeren Biodiversitätsschutz im Wald. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Während der Laufzeit des Projektes bietet die Schrobach-Stiftung Exkursionen zu den Projektflächen an (siehe Aktuelles).

Ansprechpartner für das Projekt ist:
Tanja Hemke, hemke@schrobach-stiftung.de; Telefon vormittags 0431-705349663

Das Projekt wird gemeinsam gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Bau, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holsteins.

 

 

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