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Waldentwicklung zum langfristigen Schutz des Scheidigen Gelbsterns in Deutschland

Schon in den ersten sonnigen Frühjahrstagen zeigen sich die zierlichen, Schnittlauch-ähnlichen Blätter des Scheidigen Gelbsterns (Gagea spathacea) in den nährstoffreichen, nassen Erlen-Eschenwäldern der Altmoräne und den bodenfeuchten Eschen-Buchenwäldern der Jungmoräne. Später schieben sich vereinzelt leuchtend gelbe Blütenstände aus einem breiten, spatelförmigen Blatt (Pflanzenname!).

Im Rahmen des Bundesprogrammes „Biologische Vielfalt“ beschäftigte sich ein Forschungsvorhaben mit dem Scheidigen Gelbstern in Deutschland. Da die Art ihren weltweiten Verbreitungsschwerpunkt in den Moränenlandschaften Norddeutschlands hat, kommt Schleswig-Holstein eine besondere Verantwortung beim internationalen Schutz der Pflanze zu.

Durchgeführt wurde das Projekt partnerschaftlich von dem Institut für Ökologie der Leuphana Universität Lüneburg, dem Stadtwald Lübeck, sowie der Schrobach-Stiftung.

Als „Umsetzungspartner“ stellte die Schrobach-Stiftung verschiedene Wälder in der Altmoräne für die Untersuchungen zur Verfügung. Zum einen waren das Flächen mit aktuellen Gelbstern-Vorkommen, zum anderen naturnahe Waldbestände ohne Gagea spathacea. Schließlich wurden auch Wälder untersucht, in denen ein Waldumbau von Nadel- zu Laubholzbeständen stattgefunden hat und die sich nun, dauerhaft stillgelegt, zu einem natürlichen Ökosystem entwickeln können. In diesen drei Versuchsgebieten wurden die Standortfaktoren bestimmt sowie Verpflanzungstests und weitere Experimente durchgeführt. Parallel wurden auf Flächen des Stadtwaldes Lübeck in der Jungmoräne vergleichbare Versuchsflächen eingerichtet. Ergänzend zu den Untersuchungen im Gelände wurden Gewächshaus-Experimente an der Universität Lüneburg durchgeführt.

Die Ziele des Projektes waren die Erforschung der Standortsbedingungen und Habitatansprüche des Scheidigen Gelbsterns in Hinblick auf die Waldgeschichte und die forstliche Nutzung eines Gebietes. Es wurde ermittelt, ob die Art trotz der Folgen des weltweiten Klimawandels eine Überlebenschance hat und ob es möglich ist, sie in renaturierten Wäldern neu anzusiedeln. Aus den Ergebnissen wurden schließlich schonende Waldbauverfahren entwickelt in Hinblick auf einen stärkeren Biodiversitätsschutz im Wald.

Das Projekt wurde gemeinsam gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Bau, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holsteins.

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